Initiative – Solo-Selbstständige
Status Quo
In Österreich gibt es rund 300.000 Solo-Selbstständige. Sie arbeiten eigenständig und sind in vielen Branchen freiberuflich, künstlerisch oder unternehmerisch tätig. Eine Studie der Arbeiterkammer (AK) in Zusammenarbeit mit dem Sozialforschungsinstitut SORA zeigt, wie herausfordernd die Situation für viele Solo-Selbstständige tatsächlich ist.
Viele dieser Menschen stehen wirtschaftlich auf unsicherem Boden. Etwa ein Drittel ist finanziell stark von wenigen Auftraggebern abhängig. Für die meisten steht nicht die Profitmaximierung im Mittelpunkt, sondern die Sicherung ihrer Existenz oder die Umsetzung eigener Ideen. Besonders deutlich werden die Schwächen beim Thema soziale Absicherung: Zwischen zehn und zwanzig Prozent verfügen über keine ausreichenden finanziellen Rücklagen, um im Ernstfall Krisenzeiten zu überbrücken. Die Mehrheit ist zwar bei der gewerblichen Sozialversicherung gemeldet, doch nur etwas mehr als ein Drittel ist auch arbeitslosenversichert. Viele fühlen sich daher nicht ausreichend abgesichert oder wissen nicht, wie sie im Ernstfall unterstützt werden.
Hinzu kommt ein großer Beratungsbedarf: Fragen zu Sozialversicherung, Einkommen, Steuern oder zum Arbeits- und Gewerberecht sind oft komplex. Wer mehrere Beschäftigungsformen kombiniert, findet häufig keine zuständige Stelle und wird von einer Beratungsstelle zur nächsten verwiesen. Viele Solo-Selbstständige wünschen sich daher nicht nur mehr Unterstützung, sondern auch eine bessere Vernetzung der Angebote. Die AK hat auf diese Herausforderungen bereits reagiert und bietet gezielte Beratungen an. Dennoch bleibt die Lage für viele Solo-Selbstständige schwierig. Die soziale Benachteiligung dieser Gruppe ist nach wie vor ein wesentliches Thema.
Das Ergebnis der Studie zeigt folgendes Bild. Die Solo-Selbstständigen geben folgendes an:
Unser Lösungsvorschlag
Unser Lösungsansatz für Solo-Selbstständige setzt genau an den größten Herausforderungen an. Durch das organisieren der Solo-Selbstständigen in Genossenschaften entstehen folgende Vorteile:
Keine SVS Selbstbehalte
Durch den Beitritt zu einer Genossenschaft erhalten Solo-Selbstständige Zugang zu verbesserten Sozialleistungen. Statt in der SVS mit hohen Selbstbehalten von bis zu 20% versichert zu sein, profitieren sie als Teil einer Genossenschaft von der ASVG-Versicherung über die Österreichische Gesundheitskasse. Damit entfallen die Selbstbehalte und zusätzlich sind sie umfassend arbeitslosenversichert. Eine wesentliche Verbesserung, die Sicherheit im Alltag und in Krisenzeiten schafft.
Kurzarbeitszahlungen in Krisenzeiten
Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie verletzlich Solo-Selbstständige ohne ausreichende soziale Absicherung sind. In einer Genossenschaft wäre es möglich gewesen, Kurzarbeitszahlungen zu beziehen und damit Einkommenseinbußen in Krisenzeiten abzufedern. Die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft schließt also eine große Lücke im sozialen Netz und sorgt dafür, dass Solo-Selbstständige auch in schwierigen Zeiten unterstützt werden.
Neue Kooperationsmöglichkeiten
Darüber hinaus bietet die Genossenschaft einen starken Rahmen für Kooperation und gemeinsames Wachstum. Solo-Selbstständige können in einem Netzwerk von Gleichgesinnten neue Aufträge gewinnen, innovative Projekte realisieren und voneinander lernen. Ressourcenteilung, gebündelte Kräfte und ein reger Austausch stärken die Marktposition und eröffnen neue Chancen. So wird aus vielen Einzelnen eine starke Gemeinschaft. Die ideale Antwort auf die Herausforderungen moderner Selbstständigkeit.
Dennoch: Natürlich bringt die Gründung und Entwicklung einer Genossenschaft für Solo-Selbstständige auch Herausforderungen mit sich. Die Umstellung von individueller auf gemeinschaftliche Organisation erfordert Offenheit und Vertrauen. Nicht jede*r ist es gewohnt, Entscheidungen im Kollektiv zu treffen oder Verantwortung zu teilen. Auch der Aufbau und die Verwaltung einer Genossenschaft benötigen Zeit und Engagement. Besonders zu Beginn müssen klare Strukturen geschaffen, gemeinsame Ziele definiert und Abläufe abgestimmt werden. Mit guter Vorbereitung, partnerschaftlicher Beratung durch einen etablierten Revisionsverband und einem klaren gemeinsamen Ziel lassen sich diese Hürden überwinden. Wer bereit ist, neue Wege zu gehen und Verantwortung zu teilen, kann mit einer Genossenschaft nicht nur individuelle Risiken abfedern, sondern auch an einer zukunftsfähigen Wirtschaftsform mitwirken.
Wie kann ich mitmachen?
Coopganize.org ist unsere digitale Kooperationsbörse und Vernetzungsplattform für Solo-Selbstständige und alle, die sich für Genossenschaften interessieren. Die Plattform macht es einfach, Gleichgesinnte zu finden, sich auszutauschen und gemeinsam genossenschaftliche Projekte zu starten. Solo-Selbstständige können hier unkompliziert Partner*innen für Kooperationen oder die Gründung einer Genossenschaft kennenlernen. Auch bestehende Genossenschaften profitieren: Sie können offene Stellen oder Kooperationsmöglichkeiten auf der Plattform präsentieren und so gezielt neue Mitglieder oder Mitarbeitende gewinnen. Coopganize.org ist somit der zentrale Treffpunkt für alle, die gemeinschaftlich arbeiten und wirtschaften möchten.
Neugierig geworden? Finde jetzt Gleichgesinnte auf unserer Plattform coopganize.org