Das Marcora-Gesetz (italienisch: Legge Marcora benannt nach dem Industrieminister Giovanni Marcora im Jahr 1985) ist ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, das Beschäftigung sichern soll, indem es Worker-Buyouts ermöglicht. Beschäftigte übernehmen Betriebe in Krisesituationen/Schließung, gründen dafür eine Arbeiter*innen-Genossenschaft und führen das Unternehmen weiter. Kern des Modells ist, dass öffentliche Mittel nicht erst nach Eintritt von Arbeitslosigkeit greifen, sondern präventiv die Fortführung von Betrieben in demokratischer Form ermöglichen.
Die Umsetzung erfolgt u. a. über institutionelle Träger wie CFI (Cooperazione Finanza Impresa), die mit staatlich dotierten Mitteln Genossenschaften über Eigenkapital- und Fremdkapitalinstrumente unterstützen. Laut CFI wurden bis 31.12.2021 insgesamt 586 Genossenschaften unterstützt (davon 325 Worker-Buyouts); dabei wurden über 27.205 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen; bei einem durchschnittlichen öffentlichen Mitteleinsatz von 11.834 € pro Arbeitsplatz. Zudem werden Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge generiert und Ausgaben für Sozialleistungen reduziert. Als Beispiel für die Wirkung des Marcora-Ansatzes nennt ein UK-Parlamentsbeitrag (Hansard) für Italien im Zeitraum 2007–2013: 84 Mio. € für Worker-Buyouts, 473 Mio. € erzeugte Aktivität und über 13.000 gesicherte Arbeitsplätze.
Auf Österreich übertragen kann das die Resilienz des Wirtschaftsstandorts erhöhen, indem es Unternehmensnachfolgen und Betriebsübernahmen durch Beschäftigte erleichtert und so Betriebe im Land hält.