Zukunft Genossenschaft
Genossenschaften sind mehr als nur eine Unternehmensform, sie sind ein Zusammenschluss von Menschen, die gemeinsam ein wirtschaftliches, soziales oder kulturelles Ziel verfolgen.
Vorteile von Genossenschaften
Jedes Mitglied hat das gleiche Stimmrecht unabhängig vom Kapital, das es einbringt. Das schafft echte Demokratie und fördert gemeinschaftliche Verantwortung.
Die Satzung lässt sich nach Bedarf gestalten, etwa zur Aufnahmebedingungen, zur Verteilung von Rechten oder zur Stimmstruktur. Das ermöglicht maßgeschneiderte und passgenaue Lösungen.
Der Aufwand und die Kosten für Gründung sind überschaubar. Damit bleibt das Modell für viele Menschen und Gruppen zugänglich. Da sich die Fixkosten auf alle Mitglieder verteilen, sinkt der Beitrag pro Person mit wachsender Genossenschaft (Economies of Scale).
Genossenschaften müssen keine Mindestkörperschaftssteuer zahlen. Außerdem ist eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung bis zu einer gesetzlich definierten Grenze möglich.
Mitglieder können unkompliziert ein- oder austreten ohne komplexe Formalitäten.
Die grundsätzlich verpflichtende Mitgliedschaft in einem Revisionsverband (z. B. bei unserem Partnerverband Rückenwind oder anderen etablierten Verbänden wie dem Raiffeisenverband, ÖGV, CoopVerband etc.) bietet rechtliche, steuerliche und betriebswirtschaftliche Beratung. Schon bei der Gründung ist eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erforderlich, zudem durchläuft die Genossenschaft eine laufende Revision durch einen offiziellen Prüfverband. Das schützt die Mitglieder und sichert Transparenz.
Wie gründe ich eine Genossenschaft?
Gründungsidee und Gründungsteam bilden
Überlegt euch, welchen gemeinsamen Nutzen eure Genossenschaft schaffen soll. Was ist der Mehrwert für künftige Mitglieder? Ein klar definiertes Ziel ist die Grundlage für alles Weitere. Es sind mindestens zwei Personen (natürlich oder juristisch) erforderlich. Auf coopnetz.org findet ihr Gleichgesinnte für euer Gründungsteam.
Revisionsverband wählen und Gründungsdokumente erstellen
Sucht euch frühzeitig einen Revisionsverband, zum Beispiel den Rückenwind Revisionsverband. Dieser prüft eure Satzung und euren Businessplan und begleitet euch bis zur Eintragung. Im Businessplan haltet ihr die Finanz- und Wirtschaftlichkeitsplanung für drei bis fünf Jahre fest. In der Satzung regelt ihr Zweck, Sitz, Mitgliederrechte & -pflichten, Stimmrecht, Organe, Haftung und Gewinnverwendung.
Aufnahmeansuchen und Gründungsversammlung
Alle Gründungsmitglieder fassen Beschlüsse zur Satzung, wählen den Vorstand und gegebenenfalls den Aufsichtsrat. Ihr tretet dem Revisionsverband bei. Der Verband prüft eure Satzung, euren Businessplan sowie die Eignung eures Vorhabens. Diese Prüfung ist Voraussetzung für die Eintragung.
Firmenbucheintrag und Start
Sobald die Eintragung ins Firmenbuch erfolgt ist, könnt ihr mit eurer Genossenschaft operativ tätig werden. Neue Mitglieder könnt ihr mittels Satzung und Beitrittsbeschluss aufnehmen.
Laufende Revisionspflicht
Eure Genossenschaft muss regelmäßig durch den Prüfverband geprüft werden, abhängig von Größe und Umsatz jährlich oder alle zwei Jahre. Die regelmäßige Revision hilft euch, wirtschaftliche Schieflagen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. So dient sie zugleich dem Schutz der Gemeinschaft und der langfristigen Stabilität eurer Genossenschaft.
Die Gründungskosten für eine Genossenschaft in Österreich sind im Vergleich zu anderen Rechtsformen moderat. Je nach Größe und Komplexität des Vorhabens liegen die Gründungskosten meist im niedrig 4-stelligen Bereich. Diese Fixkosten sowie die laufenden Kosten verteilen sich auf alle Gründungsmitglieder. Mit steigender Mitgliederzahl sinkt also der Beitrag pro Person.
In Österreich unterliegen Genossenschaften grundsätzlich einer jährlichen Revisionspflicht durch einen anerkannten Revisionsverband. Die Kosten hierfür variieren je nach Größe, Komplexität und Revisionsverband. Typischerweise liegen sie im Bereich von mehreren hundert bis wenigen tausend Euro pro Prüfungszyklus. Zusätzlich zum Prüfungsaufwand fallen sogenannte Verbandsgebühren an.
Die Dauer des Gründungsprozesses hängt vom Umfang der Vorbereitung ab. In der Regel sollte man von der ersten Idee bis zur fertigen Eintragung wenige Monate einplanen. Gute Vorbereitung, eine abgestimmte Satzung und die frühzeitige Einbindung des Revisionsverbands können den Prozess deutlich beschleunigen.